Diagnose – Demenz

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahren sehr stark erhöht. Nicht zuletzt liegt es an den vielen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Die Forschung trug mit ihren Ergebnissen wesentlich dazu bei. Leider können sich nicht alle Menschen über ihren Lebensabend freuen. Viele Erkrankungen hindern sie aktiv am Leben teilzuhaben. Demenz spielt hier eine besonders große Rolle.
Diese Erkrankung tritt zunehmend mit steigendem Alter an. So wurde bei Menschen im Altersbereich von 65 bis 70 Jahren diese Diagnose bei 2 bis 5 % gestellt. Ein deutlicher Anstieg, ist im Alter von 75 – 90 Jahren zu verzeichnen. Immerhin erkranken in dieser Altersgruppe zwischen 20 und 25 % der Menschen an Demenz. Wird das Lebensalter von 90 Jahren erreicht, kann davon ausgegangen werden, dass 30 % dieser Personen an Demenz leiden.

Demenz bedeutet, dass die Leistung des Hirns gestört ist. Das zeigt sich in verschiedenen Formen. Die Denkleistung und das Orientierungsvermögen werden eingeschränkt. Durch die eingeschränkte Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit, werden die Patienten oft sehr unruhig. Diese Erkrankung ist nicht heilbar. Aber nicht gleich eines der genannten Symptome, bedeutet das es sich um dieses Krankheitsbild handelt. Falls über einen Zeitraum von 6 Monaten, allerdings diese Auffälligkeiten beobachtet werden, sollte davon ausgegangen werden.

Wichtig ist als erstes die Erhebung der Anamnese. Diese gibt Auskunft über den bisherigen Krankheitsverlauf des Patienten. Mögliche andere Ursachen, für die Krankheitsanzeichen, können so gefunden werden. Die Frage, ob in der Familie schon jemand an Demenz erkrankt ist, beruht darauf, ob die Erkrankung erblich bedingt sein kann. In jedem Fall sollte eine gründliche Diagnostik durchgeführt werden. Hier bietet sich zunächst eine Computertomografie (CT) an.

Grundsätzlich kann Demenz in drei Gruppen eingeteilt werden. Die Alzheimer Krankheit im engeren Sinne, die Demenz vom „Alzheimer Typ“ und die Demenz auf Grund anderer Erkrankungen.

Die Demenz auf Grund anderer Erkrankungen wird auch als Sekundäre Demenz bezeichnet. Hier können Unfälle verantwortlich sein. Ebenso kommen als Ursache das Rauchen, der Alkohol und die Fettleibigkeit in Betracht. Drogen- und Medikamentenmissbrauch begünstigen Demenz ebenfalls. Die Anzeichen durch diese Verursachung sind eher schleichend.
Die primäre Demenz teilt sich in degenerative und eine vaskuläre Demenz. Hier ist der Verlauf schnell und abrupt.

Die Demenz Erkrankung wird in drei Stufen unterteilt. Den Beginn bezeichnen die Mediziner als leichte Demenz. In dieser Phase beginnen die Patienten Termine zu vergessen, Dinge zu verlegen oder getroffene Absprachen nicht einzuhalten. Sie selbst stellen es fest und versuchen es durch kleine Unpässlichkeiten oder Notlügen zu erklären. Tritt eine Häufung in dieser Richtung auf, ziehen sie sich in die Geborgenheit zurück. Sie fangen langsam an sich zu isolieren. Die nächste Stufe der mittelschweren Demenz wird fast fließend erreicht. Jetzt ist der Mensch schon zu einem größeren Teil auf Hilfe angewiesen. Die Handlungsweisen werden zunehmend unzweckmäßig. Ein verwechseln von Zeiten, Gegenständen und Terminen häuft sich. Mit der rechtzeitigen Unterstützung und den geeigneten Medikamenten, kann dieser Prozess verlangsamt werden. Die Unsicherheit der Patienten wird nicht so groß. Wird dem nicht entgegengewirkt, werden die Menschen entweder sehr schnell aggressiv oder schotten sich noch weiter ab. Da Demenz nicht heilbar ist, kommt es zwangsläufig zu dem Stadium der schweren Demenz. Hier ist eine Hilfe rund um die Uhr nötig. Die Artikulation ist spontan. Eine freie Bewegung ohne Hilfe ist nicht mehr möglich. Die Gelenke fangen an sich zu versteifen. Die Körperausscheidung, wie Wasserlassen, können nicht mehr kontrolliert werden. Der allgemeine körperliche und geistige Verfall ist nicht mehr aufzuhalten. Herzversagen, Lungenentzündungen oder Niereninsuffizienzen beenden den Leidensweg.

Ziele der Behandlung sind den Leidensdruck der Betroffenen zu lindern. Ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen und die gewohnte Umgebung beizubehalten. Die Patienten stellen oft erste Symptome an sich fest. Durch die große medizinische Aufklärung in Deutschland, ist die Frage, habe ich Demenz schnell gestellt. Ehe sie diese Frage einem Angehörigen stellen, fangen sie an sich selbst zu beobachten. Das steigert den Druck auf den Betroffenen. Um den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen ist eine medikamentöse Einstellung erforderlich. Die ganz individuell verordneten Arzneien, zeigen in den meisten Fällen erst nach Einnahme von drei Monaten, ihre Wirkung. Bei der Demenz auf Grund anderer Erkrankungen, werden diese gezielt behandelt. Hier kommt der Diabetes mellitus und auch der Bluthochdruck, unter anderen Krankheitsbildern, in Betracht. Besonders wichtig für die erkrankten Personen ist der Verbleib in der Häuslichkeit. So lange es vom Aufwand her den Angehörigen möglich ist, sollte dies realisiert werden. Hier kennt sich der Mensch aus. Die Orientierung gestaltet sich zu Beginn der Krankheit nicht so schwierig. Das Gleiche gilt für die Tagesabläufe. Je weiter die Krankheit fortschreitet, umso schwieriger wird es nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Angehörigen oder das Pflegepersonal. Ist der Patient zunächst noch in der Lage sich allen anzuziehen, wird das immer schwieriger. Die einzelnen Abläufe bedürfen der vollen Konzentration. Der Unmut wächst recht schnell, wenn solche Kleinigkeiten nicht mehr, oder nur noch unter großer Mühe, erledigt werden können.
Im weiteren Verlauf wird der Arbeits- und Zeitaufwand für die Betreuung immer höher. Oft können die Patienten nicht mehr allein gelassen werden. Es muss darauf geachtet werden, dass sie die Medizin einnehmen. Ebenso verhält es sich mit den Mahlzeiten. Viele wissen gar nicht mehr ob sie schon gegessen haben oder nicht. Trotzdem versuchen die Angehörigen die erkrankten Menschen so lange wie möglich weiter zu Hause zu betreuen. Da aber nach dem Stellen der Diagnose, noch acht – zehn Jahre vergehen können, bis der Tod eintritt, ist es meist nicht realisierbar.
Je zeitiger die Therapien eingeleitet werden, umso höher ist die Lebenserwartung. Wird erst in einem späterem Stadium der Demenzerkrankung etwas dagegen unternommen, wird die verbleibende Zeit deutlich kürzer sein.
Oft ist ein Aufenthalt im Krankenhaus für den Patienten, aber auch für die Angehörigen, von Vorteil. Fachpersonal ist rund um die Uhr vor Ort. Der Besuch von Angehörigen läuft entspannter ab.

Krankheit Alzheimer und Behandlung

Die Krankheit Alzheimer ist derzeit und wird in Zukunft eine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen.

Wir werden alle immer älter, da aufgrund guter Ernährung, angenehmerer Lebensumstände und sehr guter medizinischer Betreuung die Menschheit immer älter wird. Dadurch wird diese Krankheit einen bedeutenden Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen.

Nachstehend die Leidensgeschichte meiner Mutter, welche vor einiger Zeit an der Alzheimer Krankheit verstorben ist. Sie war Zeit Ihres Lebens eine fröhliche, lebhafte an allem interessierte Frau. Im Nachhinein gesehen war der Beginn der Krankheit viel früher erkennbar, als diese dann von Ärzten tatsächlich festgestellt wurde. Über Jahre hinweg begann sehr langsam und schleichend diese Krankheit zum Tragen zu kommen. Es begann damit, dass sie manchmal den Hausschlüssel verlegte oder ihre Geldbörse suchte, ebenso wie ihre Brille und andere persönliche Gegenstände. Per Spass sagte sie selbst oder wir Angehörige, ja ja so ist das, wenn man älter wird. Keiner von uns machte sich Gedanken darüber. Mit den Jahren wurde dies immer schlimmer. Sie begann Geld, Schmuck etc. so gut zu versteken, dass sie es nicht wiederfand. Manchmal fanden wir Kinder oder mein Vater per Zufall diese Sachen in Kleiderschränken unter der Wäsche gut versteckt.

Wenn meine Mutter daraufhin angesprochen wurde, reagierte sie ärgerlich und bestritt das. Heute wissen wir, sie konnte sich nicht daran erinnern. Irgendwie spürte sie selbst, dass irgendetwas nicht stimmte, wollte es aber nicht wahrhaben, entweder reagierte sie aggressiv wenn sie darauf angeprochen wurde oder aber mit großer Angst vor der Zukunft. Nach einigen Jahren und unzähligen verlegten Schlüsseln, Uhren, Brillen usw. war sie dann einverstanden einen Arzt aufzusuchen.

Dieser stellte mit 80 %iger Wahrscheinlichkeit eine Demenz im Sinne der Alzheimer Krankheit fest. Ab diesem Zeitpunkt durfte dieses Thema in Anwesenheit meiner Mutter nicht mehr angesprochen werden, da sie aufgrund dieser Diagnose auch eibne Depression bekam. Gleichzeitig wurde sie gegen die Demenz behandelt um den Verfall wenigstens hinausschieben zu können, wenn man diesen schon nicht verhindern konnte. Im Laufe der Monate und Jahre kam es durch diese Krankheit dazu, dass sie ganz normale Tätigkeiten, wie waschen, anziehen usw. nicht mehr ohne Hilfe erledigen konnte, da sie die Abläufe nicht mehr wusste.

Wir haben dann versucht im Haus diverse Hilfen mit Zetteln zu befestigen um ihr helfen zu können. Das heisst im Badezimmer haben wir Anleitungen aufgehängt wie man Zähne putzt, wie man sich wäscht bzw. duscht. Weiters haben wir auch Wegweiser aufgehängt, damit sie wusste wo sich die verschiedenen Zimmer befinden und auch das Badezimmer das WC usw. Eine Zeit lang konnte sie sich mit Hilfe dieser Zettelchen ganz gut orientieren und die tägliche Körperpflege selbständig erledigen. Sie konnte ich auch im Garten selbständig mit Hilfe dieser Wegweiser bewegen.

Mit der Zeit wurde auch das immer schwieriger, da sie auf angebotene Hilfe aggressiv reagierte und sich nicht helfen lassen wollte. Sie wollte ganz einfach nicht wahrhaben, dass sie, die Zeit ihres Lebens sehr selbständig gewesen war, auf Hilfe angewiesen war. Mein Vater war in dieser Zeit unglaublich geduldig. Er hat mit sehr viel Geduld und Liebe ihre Launen, Aggressionen und Ängste mit ihr durchgestanden und war ihr immer eine Hilfe. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen, dass meine Mutter so lange zu Hause bleiben konnte.

Er hat im Laufe der Monate und Jahre alle Aufgaben im Haus übernommen. Angefangen vom Kochen, Putzen, Einkaufen, die Gartenarbeit usw. Darüberhinaus war er ihr persönlicher Pfleger, Therapeut, Masseur und was sonst noch alles angefallen ist. Es kam zu diversen Vorfällen, wo meine Mutter fast mittels des Gasherdes das ganze Haus in die Luft gesprengt hätte oder Kerzen angezündet hatte und dadurch es fast zu einem Brand kam. Aufgrund dieser Vorkommnisse und auch aufgrund der angegriffenen Gesundheit meines Vaters, war nach einigen Jahren die Zeit gekommen, dass eine Pflegeheim angesprochen werden musste.

Mein Vater war noch längere Zeit nicht bereit diesen Schritt zu machen, aber nach einem Zusammenbruch sah auch er ein, dass die unumgänglich war. Schweren Herzens haben wir einen Pflegeplatz für meine Mutter gesucht. Anläßlich einer bevorstehenden Operation meines Vaters, kam sie dann in ein Altersheim. Anfänglich konnte sie sich sehr schwer einfügen und wollte immer wieder weg. Auch wenn wir sie besucht haben, kam die Erinnerung wieder und sie wollte mit uns nach Hause gehen. Im Laufe der Monate verschwand auch diese Erinnerung und sie hat weder meinen Vater noch uns Kinder erkannt. Es war am Anfang unglaublich traurig, sie zu besuchen und erkennen zu müssen, dass sie uns nicht erkannt hat. Dies wurde mit der Zeit besser und sie hatte im Heim noch zwei recht gute Jahre. Es wurden dort diverse Veranstaltungen wie Basteln, Singen, Tanzen etc. angeboten und sie hat dies sehr genossen. Nach 2 Jahren wurde ihr Gesundheitszustand sehr schnell schlechter, sie wurde bettlägerig und konnte auch nicht mehr essen. Dieser Zustand dauerte so ca. 3 Monate an und sie wurde von den Pflegerinnen sehr aufopfernd und fürsorglich gepflegt. Eines Nachts wurde sie dann einfach nicht mehr munter. Obwohl wir damit rechnen mussten, war es trotzdem fürchterlich.

© 2011 Demenz Blog. All rights reserved.
Rss Feed Portal Favicon Ico Generator